So war unser Start – Teil 2

Um es etwas abzukürzen möchte ich hier nicht jedes Haus beschreiben, was wir uns angesehen haben. Zum Schluss und das war dann schon Anfang Dezember, blieben 2 Häuser in der Endauswahl. Bei beiden Häusern war dieses kribbeln im Bauch. Das eine steht in Björkeby und das andere in Rumma. Hier ein Foto von dem Haus in Björkeby. Es ist ein altes Pfarrhaus, welches von Holländern renoviert und umgebaut wurde. Uns haben die großen hellen Räume so fasziniert, dass ich euch hier ein Bild davon zeigen möchte. Von außen sieht es eh langweilig aus, wie unser Schwiegersohn Jörg meint.

Auch Björkhyddan in Rumma hat große helle Räume. Deshalb war es nicht leicht sich zu entscheiden. Den Ausschlag hat am Ende der Standort mit seinen Möglichkeiten gegeben. Ja und die Größe des Hauses. Mit seinen 10 Zimmern und die Nähe zu Västervik und der Ostsee hat Björkhyddan das Rennen gewonnen. Damit fing alles an. Ab jetzt ist es wie im Film oder der Sendung „Pleiten, Pech und Pannen“. Wir haben also den Holländern abgesagt und Lotta der Hausbesitzerin in Rumma am Montag den 30. November zugesagt. Dienstag sollten wir den Vertrag unterschreiben. Der Termin kam nicht zustande und Schweigen kehrte ein. Die Bank von Lotta hat Probleme gemacht und nun war plötzlich wieder alles offen. Eine Woche haben wir gezittert und dann gab es Montag, den 7. Dezember, grünes Licht.
Dienstag war der Termin mit der Bank – lange harte Diskussion – und vorher ein Besuch bei Lotta und nochmaliges in Augenschein nehmen. Ja wir wollen es! Freitag den 11. Dezember 2009 werden wir unterschreiben! Abends haben wir im Systembolaget eine Flasche Moltebeerlikör gekauft. Die haben wir dann noch geköpft.
Mittwoch sind wir nach Götheborg gefahren und haben eine Waschmaschine und einen Trockner für die Pferdedeckereinigung gekauft. Der Anstoß kam von Lotta und hat sich bei uns als Firmenidee festgesetzt. Die Maschinen haben wir gleich nach Rumma geschaft und an ihren neuen Platz gestellt. Wir haben im Untergeschoß eine Waschküche und einen Trockenraum.
Donnerstag haben wir alle unsere Sachen von dem gemieteten Haus in Kristdala nach Rumma geschafft und auch schon in Björkhyddan geschlafen. Wir hatten ja unsere Matratze von dem Gästebett schon mitgebracht. Freitag, den 11.12.2009, hatten wir gleich nach dem Frühstück Besuch. Ein Fotograf hat uns für einen Artikel in der „Västerviks Tidningen“ abgelichtet. Am Nachmittag sollten dann zwei nette Damen folgen, die das Interview machen. (Hier der Link, leider nur in schwedisch: Västerviks Tidningen)

Um 10 Uhr war der Termin in der Bank. 3 Stunden hat die ganze Prozedur gedauert, dann war das Haus unser. Am Morgen noch waren wir Gäste in Björkhyddan und nun war Lotta unser Gast. Am Nachmittag haben wir noch Winterreifen aufziehen lassen. Um 16 Uhr kamen dann die Damen von der Zeitung und haben neben dem Interview noch diese witzigen Fotos gemacht. Todmüde aber zufrieden sind wir ins Bett gefallen. Sonnabend gegen Mittag ging es los in Richtung Trelleborg. Im Schlepptau unseren Anhänger und eine Liste der zu erledigenden Dinge in Deutschland. Auf unserem Weg wurden wir von leichtem Schneefall begleitet und bekommen so einen Vorgeschmack auf den kommenden Winter.
Die Zeit in Deutschland fasse ich kurz zusammen. Natürlich haben wir unseren Umzug vorbereitet und abgesprochen. Auto und Anhänger voll wollten wir selbst mitnehmen und den Rest einer Umzugsfirma übergeben. Wir haben uns also gleich um unseren Teil gekümmert. Auf dem Rückweg zu Freds Mutter, mit vollem Anhänger und Auto, hören wir komische Geräusche und müssen feststellen, dass die Winterreifen nicht passen. Man hat uns eine für diesen Volvo nicht zugelassene Größe montiert. Die hinteren Reifen haben nun bei voller Ladung am Radkasten geschliffen , und können erst in Schweden reklamiert werden. Bevor wir uns diesem Problem wieder widmen konnten, sind wir ohne Anhänger noch zu einer Hochzeit ins Erzgebirge gefahren. Gut ausbalanciert, der Anhänger hat das Auto ein Stück angehoben  , ging es anschließend zum Weihnachtsfest nach Lüskow. Am 28. Dezember, früh um 4 Uhr 30, starteten wir zur Fähre nach Schweden. Haben extra mehr Zeit eingeplant, wegen unserer schwierigen Fuhre. Die Fähre fährt normaler Weise 7 Uhr 45. Nicht am 28. Dezember – da fährt sie nur 2 mal am Tag, 3 Uhr und 17 Uhr 45. Wir hatten also plötzlich 10 Stunden Zeit und es war kalt und wir waren müde. Den Tag haben wir bei meinem Bruder in Stralsund vertrödelt. Nach Rücksprache mit unserer Umzugsfirma, war klar, dass wir auf der selben Fähre sein werden. Ich hatte schon von Deutschland per email versucht Lotta unsere Ankunft anzukündigen. Leider kam keine Reaktion auf meine Mail. Jetzt habe ich ihr und ihrem Bruder eine SMS geschickt und wieder keine Antwort erhalten. Da wir sicher gehen wollten, dass wir Platz für alle unsere Kartons haben, habe ich versucht sie anzurufen. Wieder Fehlanzeige! Über ihren Bruder habe ich dann endlich die Nachricht platzieren können. Die Vorstellung wir kommen am Haus an und nichts ist vorbereitet…
Gegen 22 Uhr erreichten wir Trelleborg. Zu unserem Glück hat der LKW hier erst mal Pause gemacht und wir hatten die Nacht um Vorsprung herauszufahren.
Am 29. Dezember um 5 Uhr 15 Ankunft in Björkhyddan. Lotta war gerade zu Bett gegangen. Sie hatte die ganze Nacht geräumt. Die Zimmer waren also so gut wie leer. Ihr Bruder Mike ist für uns aufgestanden und so haben wir nach einem kleinen Frühstück gemeinsam das Auto und unseren Anhänger entladen. Im Haus ist es nicht sehr warm und wie wir nun erfahren ist alles Holz aufgebraucht. Wir haben nicht ein einziges Stück Holz zum heizen. Auch die Einfahrt war voller Schnee, hier wurde nichts geräumt! Da heißt es ruhig bleiben und selbst Hand anlegen. Bis der LKW um 16 Uhr eintraf, hatten wir alles soweit vorbereitet. Die Einfahrt war von Schnee geräumt und die Plätze für die Kartons vorbereitet. Ein kleiner Kaffee für die beiden Umzugsleute und dann ging es ans auspacken. Ca. 200 Kartons wurden entladen. Mike hat uns toll geholfen. Gegen 18 Uhr war alles drin und auf den Listen abgehakt. Ok noch schnell ein Abendbrot vorbereitet und um 19 Uhr ist der LKW vom Hof gefahren. Jetzt mußte Fred mit Lotta noch das Holz holen, was sie schon vorabgesprochen hatte. Mit dem Anhänger wurde ca. 1 m³ geholt und nun konnte auch geheizt werden.
Am 30. Dezember kamen dann gegen Mittag ca. 14 m³ Holz und wurden vor dem Haus in den Schnee geschüttet. Der Fahrer wollte Bargeld sehen, worauf wir nicht vorbereitet waren. Wir fuhren also nach Gamleby Geld holen und gleich weiter nach Västervik die Reifen beanstanden und einkaufen. Beim ICA Supermarkt geht dann auch noch die Fahrertür kaputt und lässt sich nicht mehr öffnen. Zurück in Björkhyddan, schaffen wir noch alles Holz in den Keller, da viel Schnee angesagt ist.

Am 31.12. war noch bis 17 Uhr auspacken angesagt. Wir „wohnen“ zu der Zeit mit Lotta, ihrem Bruder Mike und der Tochter Ronja zusammen. Unsere Tagesabläufe und Vorstellungen vom Leben sind sehr unterschiedlich, so dass es ein Wunder ist, dass wir uns nicht streiten. Da ist außerdem noch eine Deutsche Dogge (die schaut mir fast in die Augen) und vier Katzen. Die Katzen sind es gewöhnt auf dem Tisch zu sitzen, da sie dort in Sicherheit vor dem Hund sind. Könnt ihr euch das vorstellen, was abgeht, wenn die riesen Töle von 1.07 m Schulterhöhe in der Wohnung Jagd auf die Katzen macht? Wir brauchten also viiiiel Geduld in diesen Tagen. Aber irgendwie hat es geklappt. Glücklicher Weise konnte ich mich an den Hund gewöhnen. Am Anfang
hatte ich ganz schön zu tun und habe mich ständig hinter Fred versteckt.

17 Uhr 30 fuhren wir zu Harald und Ivonne um Silvester zu feiern und ein wenig Abstand von dem Chaos zu bekommen. Mit etwas Verspätung und fix und fertig sind wir bei Harald und Ivonne angekommen. Ganz gegen unsere Erwartung haben wir bis 3 Uhr morgens ausgehalten und einen netten Silvesterabend verbracht. Hier mache ich erst mal Schluss! Der Beitrag ist eh schon zu lang und hoffentlich noch unterhaltsam.

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