Orrviken – Bredkäle (25.-29.05.2009)

25.05.2009

Orrviken – Östersund – Ås – Osa

Entfernung: 34 km – Zeit: 2 Stunden 29 Minuten – Durchschnitt: 13,7 km/h

Eric und Fred hatten sich zu heute 7 Uhr zum Netze herausholen verabredet. Pünktlich auf die Minute kam Eric und beide stachen in See. Ich lag noch in meinem Schlafsack. Als ich aus dem Zelt kam waren sie schon dabei die Netze einzuholen und ich habe versucht das mit der Kamera einzufangen. Ca. 50 Fische haben die beiden mitgebracht. Kleine Fische sind für die Katzen und große für uns. Es gab also gebratenen Fisch zum Frühstück.

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Lecker sag ich euch. Gegen 11 Uhr waren wir dann so weit zum Elchpark hoch zu fahren. Ich hatte wieder Probleme mit meinem Darm und so war meine Kraft schon am frühen Morgen recht begrenzt. Seit nun einer Woche quäle ich mich damit. Egal hoch den Berg zum Elchpark. Heute war jemand da und wie gut es doch manchmal passt, hatte sich eine Gruppe angesagt. Die Engländer waren auch schon da und so gab es Kaffee und Kekse und wir konnten auch zu den Elchen gehen. Gerade letzte Nacht haben die Elche Nachwuchs bekommen, so dass wir nicht zu dicht an die Muttertiere heran durften, um sie nicht zu stören. Nah genug waren wir aber bei einigen anderen Elchen, um sie zu streicheln und euch ein paar Fotos präsentieren zu können. Angefangen hat das Ganze damit, dass der Jäger von der Polizei ein angefahrenes Elchkalb bekommen und dieses groß gezogen hat. Als der Elch nach dem Aussetzen immer wieder zu dem Grundstück zurück kam, war die Idee gebohren. Das ist nun 12 Jahre her und der Elchpark erfreut sich großer Beliebtheit. Hier die Webseite www.moosegarden.com auf der auch eine Web-Kamera zu finden ist. Auf dem Hof werden neben Souvenieren auch Elchkäse, Elchwaffeln, Elchpapier und Elchseife verkauft. Elchmilch ist die Antwort auf Viagra oder russischen Kavia verriet uns der Besitzer.

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Gut gelaunt ging es nun weiter nach Östersund. Ganze 15 km waren zu bewältigen. Natürlich ging es weiter Berg auf und ab, was wohl den Rest der Tour so sein wird. Östersund ist ein besonderer Haltepunkt auf unserer Strecke. Wir haben jetzt halb Schweden durchqueert. Ich weiß nicht so recht, ob ich schreiben soll „schon“ oder „erst“. Wenn ich auf die Kilometer schaue die wir bis hier gefahren sind (1707 km) sage ich „schon“, wenn ich aber auf die noch verbleibenden ca. 1500 km und die vergangene Zeit schaue sage ich „erst“. Schon komisch, dass einen die Ungeduld nicht verläßt. Bei mir hat sich viel geändert bis hier hin. Ich bin wesentlich motivierter geworden und nehme die Kraftanstrengungen eher hin. Fred muss mich nicht mehr so ziehen, was auch ihn entlastet. Auch am Campen finde ich inzwischen mehr Gefallen und die Kälte macht mir nicht mehr gar so viel aus. In Östersund gehen wir in die Bibliothek und schreiben an unserem Blog. Ganze 4 Stunden verbringen wir dort, ohne wirklich fertig zu werden. Abends im Zelt haben wir oft keine Kraft mehr noch den Computer vorzuholen und so ist viel Schreibarbeit übrig. Auch die Bilder müssen noch vorbereitet werden. Unendlich zu tun! Hoffen, dass wir bald wieder Internet haben. (Ich sitze jetzt in Skärvången in einem kleinen Häuschen)
Fred war zwischendurch noch einkaufen und um 20 Uhr schließt die Bibliothek. Viel zu spät fahren wir los um uns ein Plätzchen für die Nacht zu suchen. Wir schaffen noch 17 km und schlafen auf einer Wiese nahe der Inlandsbahn und einem See. Es gibt noch einen Tee und trockenes Baguett für mich und dann wird gegen 22 Uhr 30 geschlafen.

26.05.2009

Osa – Krokom – Nordanälden – Berg – Lågan – Tulleråsen – Lillholmsjö – Skärvången

Entfernung: 70 km – Zeit: 4 Stunden 44 Minuten – Durchschnitt: 15 km/h

Gegen 9 Uhr starten wir bei Regen in Richtung Skärvången, wo wir in einer Käserei ein paar Tage arbeiten wollen. Wir sind auf der Fiskevägen (Fischerstraße) unterwegs und es gibt kaum mehr zu berichten, als dass es regnete und regnete den ganzen Tag. Erste Trockenpause gab es gegen 11 Uhr 30 in einer Tangstelle in Tulleråsen. Der Tangwart war sehr nett. Wir haben die Regensachen getrocknet und ich mußte feststellen, dass ich auch darunter nass war. Fred hat unsere Verpflegung rein geholt und wir haben dort im Stehen gegessen und den spendierten Kaffee getrunken. Dann ging es wieder raus in den Regen und immer die Fiskevägen weiter. Nächste Trockenpause wurde in Lillholmsjö eingelegt. Der Tankwart hatte uns hier einen Gasthof empfohlen. Die Gaststätte war zwar noch geschlossen, aber auch hier durften wir uns so viel Zeit nehmen wie wir brauchten um unsere Sachen zu trocknen. Einen Kaffee gab es auch gratis dazu. Nach wieder einer Stunde Pause nahmen wir die letzten 15 km in Angriff. Nun war klar meine Regensachen sind nicht dicht und bei diesem kalten Wetter – 8°C – macht das wirklich keinen Spaß. Trotzdem kamen wir gegen 17 Uhr 30 gut gelaunt und ziemlich durchnäßt in Skärvången an. Tor, einer der Besitzer der Käserei nahm uns herzlich in Empfang und sorgte erstmal dafür, dass wir ein Dach über dem Kopf hatten. Das „grüne Haus“ sah binnen Minuten fürchterlich aus, weil wir ersteinmal alle unsere Sachen ausgebreitet haben. Nach einer heißen Dusche, einem Tee und in trockenen Sachen sah die Welt gleich viel besser aus. Wir waren nun auf den nächsten Morgen gespannt. Noch schnell so viele Sachen waschen wie wir auch trocknen können und dann ab ins Bett.

27. – 28.05.2009

Die nächsten zwei Tage bleiben wir hier. Gegen 9 Uhr steht Tor vor dem Haus und meint, wir könnten jetzt zur Käserei kommen. Wir bekommen den gesamten Ablauf in der Käserei erklärt und lernen die Mitarbeiter kennen. Alle sind sehr freundlich und wir fühlen uns gleich wohl. Hier wird viel Kaffee getrunken und dazu steht dann immer auch Käse auf dem Tisch. Wir schaffen es nicht alle 25 Sorten durchzuprobieren, aber nutzen jedes Angebot um von dem leckeren Käse zu essen.

Kaeserei0001

Nachmittags gehen wir in den Ziegenstall und helfen beim Melken der Ziegen. Insgesamt haben sie hier in Skärvången ca. 270 Ziegen. Ich durfte das gestern geborene Lamm mit der Flasche füttern, was mir außerordentlich Spaß gemacht hat. Abends haben wir es uns in dem Häuschen gemütlich gemacht und konnten feststellen, dass auch der Regen langsam nachließ.

Ziegenhof0001

Für heute waren wir bereits um 6 Uhr mit Roland, einem weiteren Besitzer der Käserei, verabredet (Wecker hat um 5 Uhr geklingelt). Wir haben bis 15 Uhr mitgeholfen Käse aus Ziegen- und Kuhmilch zu machen. Es war sehr spannend den gesamten Prozess kennen zu lernen und dabei zu helfen. Danach waren wir bei Tor und Roland zum verspäteten Mittag eingeladen. Tor kocht vorzüglich und die Gesellschaft der beiden ist uns sehr angenehm. Um 18 Uhr hat uns Roland noch die „wunderschönen“ Kühe gezeigt. Beide lieben ihre Tiere und man merkt wie sich das auch auf die Angestellten überträgt. Hier werden die Tiere mit Respekt und Liebe behandelt. Das gefällt uns sehr gut.

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Bei ein paar Gläschen Wein und viel Käse verplaudern wir den ganzen Abend. Gegen 23 Uhr gehen wir zu unserem Haus rüber und waschen noch hektisch ein paar Sachen, die wir am ersten Tag nicht unter bekommen haben. Draußen ist es Tag hell, so dass wir gar nicht merken, dass es schon gleich Mitternacht ist. Hier noch die Webseite der Käserei: www.bymejeri.com Wer Lust bekommen hat, kann sich hier gern anmelden. Das grüne Haus wird gern vermietet und jeder Besucher ist herzlich willkommen.

29.05.2009

Skärvången – Föllinge – Lövsjon – Laxviken – Laxjö – Flykäle – Bredkäle

Entfernung: 76 km – Zeit: 5 Stunden 11 Minuten – Durchschnitt: 14,7 km/h

Abschied von der Käserei!

Abschied0001

Thank you, Tor and Roland and all the people we met in Skärvången. We enjoy the time in the company and with you. We would like to come back in winter. Thank you very much!

Heute früh waren wir noch einmal in der Käserei um uns zu verabschieden und noch schnell ein Erinnerungsfoto zu machen. Der versprochene Sonnenschein blieb leider aus, aber es war trocken und das ist ja auch schon was. Wir haben die Abkürzung durch den Wald nach Föllinge genommen. Da spart man 10 km, das war es uns wert, auch wenn wir über den Berg mussten und dabei ca. 100 Höhenmeter überwinden. Skärvången befindet sich auf ca. 400 m. In Föllinge haben wir das nötigste eingekauft und im Wald mit vielen Mücken Mittag gegessen. Der Tag heute war kalt und ein wenig ungemütlich. Es ging viel Berg auf und ab, was besonders mir viel Kraft gekostet hat. Nach dem langen Tag gestern und der kurzen Nacht bin ich bald müde. In Laxjö gehen wir in eine Jugendherberge und trinken einen Tee. Die Herberge ist eigentlich geschlossen, nur ein Heizungsmonteur ist da und lässt uns in die Küche. Die Pause tut uns gut, das beste an allem ist einfach im Warmen sitzen. Dann geht es weiter in Richtung Strömsund, was wir aber erst morgen erreichen wollen. Auf einer Hochmoorwiese lassen wir uns zur Nacht nieder. Aus gegebenem Anlass möchte ich mal was zur Ausrüstung schreiben. Wir kaufen ja viel im Globetrotter in Berlin ein und sind auch sonst sehr zufrieden mit den Produkten. Das Zelt z.B. ist einfach Klasse. Es ist von Jack Wolfskin und heißt Dragon III. Man kann es super schnell aufbauen und das auch bei Regen. Mit unseren Luftmatratzen von der Hauseigenen Marke KAIKKIALLA haben wir nicht so ein Glück. Meine Luftmatratze verliert über Nacht schon seit einer Weile immer mehr Luft. Heute blase ich sie auf und Minuten später ist die Luft wieder draußen. In Rosentorp haben wir unter Wasser getestet was los ist. Das Ergebnis: viele winzig kleine Löcher lassen Luftbläschen frei. Morgen wollen wir in dem Laden anrufen und mal sehen was es für eine Lösung gibt. Schließlich wollen wir noch einige Zeit weiterziehen und Freds Luftmatratze lässt auch schon nach.
Forelle0001Fred ist noch angeln gegangen. Er ist ganz aufgeregt, weil er hier tatsächlich eine Chance auf Fisch hat. Eben war er hier, weil ein großer Fisch ihm den Haken abgebissen hat. Ich will noch ein paar Bilder vorbereiten, vielleicht können wir ja morgen ins Internet.

Hier noch schnell das Ergebnis. Gegen 21 Uhr 30 rief mich Fred
und ich musste ihm helfen diese Forelle aus dem Teich zu holen. Natürlich haben wir sie noch gebraten und gegessen. Hm lecker!

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