Langsam geht ein Traum in Erfüllung!

Da sind wir wieder! Gestärkt hervorgegangen aus all den Widrigkeiten unserer Startphase. Wir haben es geschafft zwei Ferienwohnungen sind fertiggestellt und nun sind wir stolze Betreiber des kleinen Bed & Breakfast Björkhyddan mit deutscher Backstube! 

Unendlich viel Arbeit, Strapazen und wegen Muskelschmerzen schlaflose Nächte liegen hinter uns. Die ersten Gäste hatten wir Ende Mai in unserer Ferienwohnung „Gamla Huset“. Damals war noch nicht an Wasser in der kleinen Küche zu denken. Warum? Das ist eine lange Geschichte – aber ich versuche es kurz zu machen. Die Küche von Gamla Huset liegt in der 2. Etage. Darunter entsteht irgendwann unser Badezimmer. Wir brauchen also Wasser und Abwasser in diesem Teil des Hauses. Unter dem Badezimmer ist aber nur noch steinharter lehmiger Boden in einem Abstand von ca. 30 cm zum Fußboden. Der kleine Keller, den man durch eine Luke im Wohnzimmerfußboden betritt, endet ca. 3 m vor der Wand zu unserem Bad. Wenn wir also Wasser und Abwasser in unser Bad und die kleine Küche vom „Gamla Huset“ verlegen wollen, dann müssen wir Erdarbeiten machen. Das heißt im Klartext, wie in einem Stollen arbeiten. Zwei Mal waren wir nun da unten. Das erste mal dachte ich, dass ich das nicht kann. Aber der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Wir sind durch ein Loch in der Wand des kleinen Kellers unters Haus gekrochen. Fred hat auf dem Bauch gelegen, der Platz reichte am Anfang nicht mal zum Umdrehen, und er hat mit einem Meißel Lehm abgehauen. Den Abraum hat er dann zu mir gescharrt. Diesen habe ich in einen Eimer geschaufelt. Ich hatte Glück, denn ich konnte beinahe sitzen. Den Eimer habe ich an einer anderen Stelle wieder entleert. Dazu mußte ich in ein kleines Stück „krabbeln“. Wir mussten so viel Platz schaffen, dass Fred da unten Rohre verlegen kann. Nach unserer ersten Grubenerfahrung haben wir uns erst einmal auf andere Sachen konzentriert. Fertig zum Rohre verlegen war es noch lange nicht.

Die Arbeit an unserer zweiten Ferienwohnung „Solstråle“ erschien uns nun wichtiger, da wir „Gamla Huset“ ja schon ohne Wasser in der Küche vermieten konnten. Jetzt galt es ein Fenster zuzumauern um Platz für ein Bett zu schaffen, das Zimmer zu renovieren und die Küchenzeile einzubauen.

Im Grunde nicht so viel Arbeit, aber auch hier liegt der Teufel im Detail. So kann allein das Anschließen einer Lampe zu einem absoluten Desaster werden. Auf dem Dachboden eine Leitung zu finden – unter Sägespänen, Holzkohle und Mineralwolle – ist wirklich nicht leicht. All der aufgewirbelte Staub hat Fred endlose Hustenattacken bescherrt. Die Elektrik, an sich, zu verstehen ist der andere Punkt. Fred ist nur am schimpfen, wenn er irgendwo im Haus etwas an der Elektrik machen muss. Letztendlich haben wir es aber geschafft. Gleich nach der Renovierung hatten wir hier einen besonderen Tag. „Turista Hemma“ – Touristen zu hause. Dazu haben wir unsere Asienfotogalerie (in Dongguan das erste mal gezeigt) im „Solstråle“ wieder aufgehängt. Sah gut aus in dem frisch renovierten Zimmer. Zu dem Zeitpunkt war für die Küchenzeile noch kein Wasser und Abwasser angeschlossen und das Zimmer auch noch nicht ganz fertig. Der nächste Knackpunkt war das Anschließen einer weiteren Toilette. Denn um „Solstråle“fertigzustellen, mußten wir eine Wand in den Vorraum des Bades ziehen und uns somit von der immer noch gern benutzten Dusche verabschieden. Wir kaufen viel in Gebrauchtmärkten um Geld zu sparen, so auch diese Toilette und das Waschbecken. Im Spülkasten fehlte dann ein kleines Teil, das gefunden und eingebaut werden mußte. Mit dem uns gegebenen Improvisationstalent können wir aber solche Hürden nehmen. Fred konnte die Toilette reparieren und wir haben viel Geld gespart. Das war eine komische Zeit. Wir sind nun an einer Toilette vorbei ins Bad gegangen. Als alles angeschlossen war, hat Fred die Wand geschlossen und somit die zweite kleine Ferienwohnung fertiggestellt. Das war an meinem Geburtstag. Ein Pärchen hat sich zur Übernachtung angemeldet und Fred fand es besser sie in „Solstråle“ unterzubringen. Wir haben das auch geschafft . Ein Teil der Bilder von unserer Ausstellung hängen noch immer an der Wand. Das gibt dem Zimmer ein tolles Flair.

Nur leider mußten meine Geburtstagsgäste warten. Als sie ankamen war ich durchgeschwitzt, habe übel gerochen und sah noch übler aus. Die „Dusche“ ist seit diesem Tag im Keller. Zu diesem Zeitpunkt war da noch nicht einmal eine Dusche – nur ein Gartenschlauch. Was tut man nicht alles für die Gäste. Unser Bad ist noch lange nicht als solches zu erkennen. Überhaupt lassen unsere Räume sehr zu wünschen übrig. Aber das wird – nur wann ist die Frage. In solcher Situation pflegt Fred ständig die viel zu kurzen Tage und die geringe Anzahl seiner Hände zu beklagen.

Nach und nach haben wir dann noch die Feinheiten für „Solstråle“ erledigt, wie den Herd anschließen, die frisch gebaute Wand tapezieren und malern, Fliegengitter bauen … Nun ist es zu einer schönen Ferienwohnung für 2 bis 3 Personen geworden.

Seit dem 24. Juli ist unser „Gamla Huset“ durchgehend ausgebucht und auch in „Solstråle“ ist immer wieder belegt. Bis Mitte September tummeln sich die Gäste. Dazu mussten wir noch einmal in unsere Grube um dier erforderlichen Maulwurfsarbeiten zu erledigen. Nun ist also Wasser und Abwasser für die kleine Küche in „Gamla Huset“ angeschlossen. Damit ist auch in unserem „Bad“ schon mal alles da – nur leider noch nicht an der richtigen Stelle und das wird noch dauern. Aber Fred hat mir versprochen die Dusche im Keller so zu gestalten, dass es für den Übergang ok ist. 

Wir haben jetzt ein nagelneues mitwachsendes Kinderbett und eine Schulbank ziert unseren Frühstücksraum / Küche.

So wird alles langsam schöner. Immerhin haben wir nun zufriedene Gäste. Das heißt der erste Teil unseres Traumes nimmt Gestalt an. Noch ist viel zu tun und bis hier hin hat alles viel länger gedauert als erwartet. Trotzdem sind wir guter Hoffnung auch noch andere Bestandteile unseres Traums verwirklichen zu können.

Vor einer Woche haben wir uns ein Kanu gekauft. Die erste Runde auf unserem Rummen war toll und hat uns wieder dieses Gefühl der Freiheit gegeben. Nun da wir Gäste haben, die länger bleiben als nur eine Nacht, bleibt auch wieder ein wenig Zeit für uns. Wir sind schon angeln gewesen und morgen will Fred auch mit Gästen angeln fahren. Ich schreibe mal wieder Blog auch das ist toll. Auch unsere Couch Surfer lassen wir nicht im Stich. Nun bekommen wir Besucher über das Couchsurfing, die nicht mit Geld bezahlen. Die beiden Spanier, die mit dem Fahrrad bei uns aufgeschlagen sind, haben uns mit einem drei Gänge Menü verwöhnt.

Es macht Spaß! Wer hätte das gedacht. Ich putze, wasche, bügle und bin begeistert. Frühstück machen und mit den Gästen plaudern – ja das ist es was wir wollten.

Die Backstube läuft nicht so übermäßig, aber ok. Wir werden auch immer bekannter und jeder der sich hier her verläuft ist willkommen und begeistert und schickt oft gleich jemand anderes her. Wir sind eben ein wenig weg vom Schuss.
Im Moment liegt ein riesengroßer Berg Holz im Garten   und ich kann dem Fred nicht helfen. Ich habe mir bei der Ankunft der Spanier den rechten Arm angebrochen. Der sogenannte Oberarmkopf hat nun einen Sprung und das tut weh. So und an dieser Stelle muss ich nun doch beichten. Dieser Bericht liegt so zu sagen nun schon wieder 2 Wochen als Entwurf rum. Ich bin nach 3 Wochen wieder recht gut hergestellt, dank unserer schön aufgeräumten Bibliothek. Ich habe nämlich mein Buch „Japanisches Heilströmen“ wiederentdeckt. Jeden Tag ströme ich mir die Energiepunkte 15 auf beiden Seiten. Mein Heilerfolg ist überwältigend. Habe heute sogar ein wenig Holz gestapelt, denn damit kämpft Fred nun schon 2 Wochen, da er so ganz nebenbei eine neue Eingangstür einbaut.

Und zu einer neuen Tür gehören auch neue Stufen, da die neue Tür nun nach links aufgeht. So hört die Arbeit so schnell noch nicht auf. Trotzdem ist ab und zu auch Zeit für ein kleines Mittagsschläfchen.

Das soll es für heute gewesen sein. Immerhin schreibe ich nun schon wieder 14 Tage an diesem Bericht, weil eben doch vieles viiiieeeel wichtiger ist. Hier noch schnell der Link, wo ihr noch mehr Bilder von unserem neuen Heim und unserem neuen Leben findet. Die Schärenrundfahrt war etwas ganz besonderes. Ich war so glücklich wie man es nur selten erlebt. In solchen Momenten übermannt es mich gerade zu und die Tränen schießen in die Augen. Wir haben hier wirklich einen schönen Platz gefunden. Dieses Gefühl angekommen zu sein ist einfach toll.

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