Fredriksberg – Orrviken (16.-24.05.2009)

16.05.2009

Fredriksberg – Tyfors – Korktorp – Eldforden – Vansbro – Finngruvan

Entfernung: 80 km – Zeit: 5,3 Stunden – Durchschnitt: 14,5 km/h

Dies ist ein Nachtrag (19. April 2013) weil ich beim Aufarbeiten und neu Anlegen des Blogs gemerkt habe, dass dieser Tag in unserer Berichterstattung einfach fehlt.

Ich kann mich gut an Fredriksberg erinnern. Wir hatten unser Zelt am See aufgestellt. Von den Besitzern hatten wir die Erlaubnis das leere Haus zu nutzen und so haben wir gestern Wäsche gewaschen, ausgiebig geduscht und Blog geschrieben. Gut geschlafen und auch gut gelaunt sind wir dann die nächste Etappe angegangen. Meine Notizen verraten mir dass wir 8 Uhr 30 losgefahren sind und wieder mit starkem Wind von vorn zu kämpfen hatten. Es war kalt, Sonne – Wolken – Schauer wechselten sich gegenseitig ab. Gegen 13 Uhr waren wir in Vansbro und haben 2 Stunden Mittagspause gemacht. Die gesamte Strecke war bergig, so dass es eine anstrengende Etappe gewesen sein muss. Am Rande einer Ferienhaussiedlung haben wir dann unser Zelt aufgeschlagen. Ein schöner Platz soweit ich mich erinnern kann. Die Schwierigkeit war allerdings einen geeigneten Busch zu finden. 😉

17.05.2009

Finngruvan – Landbodyn – Siliansfors – Vinas – Mora – Vattnäs

Entfernung: 67 km – Zeit: 4,5 Stunden – Durchschnitt: 15,2 km/h

Wir fahren bei Sonneschein los und genießen die Fahrt. Es geht weiter Berg auf und ab, aber irgendwie schaffen wir es. In Siliansfors machen wir Rast. Dort ist ein Waldmuseum was sehr interessant ist. Es werden Waldarbeiter-, Köhler- und Schutzhütten gezeigt. Auch die verschiedenen Entwicklungen im Bereich der Unterkünfte sowie der Arbeitsmittel. Am spannendsten ist eine Ausstellung über Holz wo unter anderem eine 7000 Jahre alte Fichte zu sehen ist. Es ist spannend zu erfahren, was man an einem Baum alles sehen kann, nach dem er gefällt wurde. (http://www.skogsmuseum.w.se/) Nach einer gut 2 stündigen Pause machen wir uns auf nach Mora. In Mora kaufen wir ein. Es ist Sonntag, aber die Geschäfte haben ja bis 17 Uhr geöffnet. Mora ist ein kleiner niedlicher Ort und wir fahren noch ein Stück am Silijan See entlang. Fred fotografiert noch Kanadagänse und dann geht es weiter.

kanadagans0001

Kurz vor Orsa biegen wir von der Hauptstraße ab um einen Schlafplatz zu finden. Auf dem Weg zum See hält Fred plötzlich an und fragt einen Fischer, ob wir etwas von dem getrockneten Fisch haben können.

trocken_Fisch0001

Wir planen davon eine Fischsuppe zu kochen. Unser Zelt schlagen wir wieder direkt am See auf und genießen die herrliche Abendsonne. Fred gönnt sich sogar ein kurzes Bad in dem noch sehr kalten See. Auch ich stelle mich ins Wasser und wasche mich von oben bis unten. So erfrischt machen wir uns ans Abendbrot und lassen es uns gut gehen. Heute wird mal nicht gekocht, weil es schon spät ist.

18.05.2009

Vattnäs – Orsa – Talled Wald

Entfernung: 27 km – Zeit: 2 Stunden 12 Minuten – Durchschnitt: 12 km/h

Wir haben wunderbar geschlafen. Das war die erste Nacht seit langem wo uns richtig warm war. Morgens verwöhnt uns die Sonne leider nicht. Wir packen zusammen und merken schon, dass es wieder kälter wird. Wir fahren nicht wieder zur Hauptstraße zurück, sondern bleiben parallel auf einer kleinen Straße. Hier sind viele kleine Höfe mit hübschen Blockhäusern. Auch viele kleine Blockhäuser die als Sommerhäuser dienen können wir bewundern. In Orsa angekommen gehen wir gleich in die Touristeninfo, in der Hoffnung eine detallierte Karte zu finden. Wir treffen Gertrud und Werner aus Hamburg und quatschen uns ein wenig fest. Auf einmal wird es empfindlich kalt und wir gehen in die Touristeninfo. Wenig später fängt es an zu regnen und wir bleiben den Rest des Tages dort sitzen. Ein netter Rentner, der Tageweise dort arbeitet, erzählt uns viel über alles Mögliche. So erfahren wir was es mit den roten Dalang-Pferdchen auf sich hat und dass der Name Mai Baum nicht vom Monat Mai abgeleitet ist. Maja heißt grüne Blätter und daher kommt der Name.

    Dalang_Pferd0001      Darlang_Pferd0001

Als der Regen aufhört fahren wir weiter in Richtung der Helvet Wasserfälle. Am Weg kehren wir noch in eine Fischräucherei ein um uns mit frischem Fisch zu versorgen. Ein Schild an der Straße weißt darauf hin, dass die nächsten ca. 50 km hart werden. Bis zu 8 % Gefälle oder auch Steigung. Wir bekommen das auch gleich zu spüren und machen 8 km vor den Wasserfällen halt, um im Wald zu zelten. Zum Abendessen gibt es Lachsforelle im Wok gebraten und Fischsuppe aus dem Trockenfisch. Beides schmeckt fantastisch.

19.05.2009

Talled Wald – Helvetesfallet – Tallhed – Ämadalen – Rosentorp

Entfernung: 51 km – Zeit: 4 Stunden 9 Minuten – Durchschnitt: 12 km/h

Nach dem Frühstück sind wir erst mal ohne unser Gepäck, nur mit den Kameras bewaffnet, zu den Wasserfällen gefahren. Es ging immer steil nach oben und wir waren froh so entschieden zu haben. Unterwegs kamen wir an verschiedenen Sommerhaussiedlungen vorbei, die wirklich hübsch angelegt sind. Wir brauchen Berg auf für die Strecke 40 Minuten. Der Wasserfall ist nicht so gewaltig wie ich es von einem „Teufelswasserfall“ erwartet habe, aber mit seinen senkrecht abfallenden Wänden spannend anzusehen.

Helvetesfallet0001

Eine große Menge an Moosen ist auf den Felsen zu finden und eine Artenvielfalt die uns begeistert. Zurück zu unserem Zelt brauchen wir nur 20 Minuten. Nach einem kleinen Imbis geht es wieder auf die Piste. Das gestern erwähnte Schild bewahrheitet sich heute erst recht. Es geht fast stetig Berg auf. Mir geht die Kraft aus. Ich bin total am Ende. Wir bewältigen vom Silijan See bis zur Abfahrt nach Rosentorp 340 Höhenmeter. Wobei wir ja immer wieder auch runter fahren, also so manchen Höhenmeter mehr als einmal überwinden müssen. Nach Rosentorp geht es eine Sandstraße nur noch Berg ab, so dass uns schon Bange vor dem Rückweg wird. Hier treffen wir eine ganz liebe deutsche Familie. Karin und Uwe leben seit 12 Jahren in Schweden und können uns viele Erfahrungen berichten. Sie haben hier einen Hof mit Schafen und Hühnern, vermieten kleine Blockhütten betreiben eine Bäckerei und fahren im Winter mit Schlittenhunden (Huskis) über das Hochmoor. Beide sind Allrounder und es ist schön zu sehen was sie sich aufgebaut haben. (Tel/Fax: +46-706-845064 ) Wir schlafen im Zelt und reden abends am Feuer noch lange. Bei uns gibt es eine leckere Nudelsuppe direkt auf dem Feuer im Wok gekocht.

20.05.2009

Ich habe schlecht geschlafen, mich quält seit Tagen mein Bauch. Habe zwar nicht direkt Durchfall, aber irgendwas stimmt nicht. Wir legen einen Ruhetag bei Uwe und Karin ein. Die Sonne scheint fast den ganzen Tag und so sitze ich viel am Computer um für den Blog vorzuarbeiten. Auch Fred schläft viel an diesem Tag. Nachmittags helfe ich die frisch geschärten Schafe umzusetzen und fotografiere noch die Schlittenhunde. Ein wirklich schöner Platz den die beiden hier haben. Sie sind den ganzen Tag am wirbeln. Uwe baut gerade die Badetonne neu auf und Karin hat sich heute die Schafe vorgenommen. Sie macht alles allein, auch das Scheren.

Karin0001 Rosentorp0001

21.05.2009

Rosentorp – Kvanberg – Noppikoski – Västbacka – Tandsjöberg – Siksjön (See 18 km vor Sveg)

Entfernung: 72 km – Zeit: 5 Stunden 5 Minuten – Durchschnitt: 14,2 km/h

6 Uhr klingelt der Wecker aber es regnet und wir bleiben noch liegen. Gegen 8 Uhr hört es auf und wir stehen auf.

Hof_Rosentorp0001

Fahrradthermometer0001Wir fahren nicht die 6 km zurück zur Fernverkehrsstraße 45 sondern einen Waldweg nach Kvanberg. Da haben wir zwar auch noch genug Berg, aber es ist nicht ganz so heftig. Viele Berge machen uns schnell müde. Hinter Noppikoski wird es noch einmal besonders heftig, so dass wir schieben müssen. Mich plagt wieder mein Darm und die Kraft läßt schnell nach. Wir versuchen vergeblich irgendwo etwas einzukaufen. An einem verlassenen, teilweise ausgebranntem Haus machen wir Mittag. Fred findet ein Thermometer und macht es mit Klebeband an seinem Fahrad fest.

In Tandsjöberg fragen wir nach Wasser und werden gleich zum Kassleressen eingeladen. Der Mann ist Jäger, Fred und er tauschen sich über die Jagd aus. Es fängt tüchtig an zu regnen und so bleiben wir noch eine Weile. Als die Sonne wieder scheint fordert mich der kleine Hund der Familie zum Fussballspiel heraus. Wie dieser kleine Hund den Ball führt … Wir toben eine Weile mit dem Hund, dann Abschiedsfoto und wieder auf die Piste.

Jaeger_in_Tandsjoeberg0001

Ca. 18 km vor Sveg suchen wir uns an einem See einen Flecken zum Zelten. Wir werden fündig und machen es uns gemütlich. Fred macht, nachdem wir das Zelt aufgebaut haben, immer gleich Feuer und kocht einen Tee. Ich packe aus. Erst alles was zum Kochen notwendig ist und dann die Luftmattratzen und Schlafsäcke. Aber erst werden noch die Wohlfühlklamotten angezogen. Wenn die Sonne unter geht, wird es immer schnell kalt. Heute wissen wir wie kalt, wir gehen bei 4 °C schlafen.

Siksjoensee_Abendstimmung0001

22.05.2009

Sveg – Älvros – 12 km nach Älvros im Wald

Entfernung: 50 km – Zeit: 3 Stunden 26 Minuten – Durchschnitt: 14,7 km/h

Siksoen_lake_am_Morgen0001

Früh heißt es wieder Härte zeigen. Und so waschen wir uns im See bei 6 °C Außentemperatur (Wassertemperatur unbekannt, aber deutlich geringer). Gegen 10 Uhr wollen wir los, doch mein Tacho spinnt wieder. In Sveg gehen wir erst einmal einkaufen und wieder ins Café um Mittag zu machen.

Sveg_Baer0001

Der Braunbär (ursus arctos) ist das Landschaftstier Härjedalens. In Sveg wurde in den Jahren von 2003-2005 ein 13 m hoher, 5,6 m breiter und 12,6 m langer Bär aus Holz gebaut, der alle Besucher willkommen heißen soll. In diesem Bär wurden 570.000 Nägel und 200 m³ Holz verbaut. Mit 100 l braune Farbe gaben ihm sein natürliches Aussehen. Er wiegt 80 Tonnen und ist der größte Holzbär der Welt.
Wieder regnet es, doch die Fahrt geht weiter in Richtung Östersund. In Älvros machen wir an einer wunderschönen alten Kirche halt und schauen uns das Heimatmuseum zumindest von außen an. Der Nachteil der Vorsaison ist, geschlossene Häuser, Museen … wo man hinschaut. Ein Heimatverein hält das Museum und die umliegenden Gebäude in Schuss und das mit gutem Erfolg. Von hier wollen wir eine Abkürzung nach Ytterhogdal nehmen und so fragen wir nach dem Weg. Der einsetzende Regen verschafft uns 2 tolle Stunden in der Küche zweier Schweden. Der Mann empfiehlt uns eine Schutzhütte im Wald und wollte uns schon fast mit dem Auto dort hin fahren, weil der Regen nicht aufhören wollte. Wir fahren dann aber doch in Regensachen los. Der Weg war eine gute Entscheidung. Bis auf die anfänglichen Berge fuhr er sich sehr gut. Wir sind an teilweise schon sehr alten Sommerhäusern vorbei gekommen. Alles sehr idyllisch.
Auf einmal gibt es einen lauten Knall und mein Hinterreifen war kaputt. Unsere erste Panne. Fred hat das aber schnell hinbekommen und wir sind weitergefahren. Wir haben den Platz auch tatsächlich gefunden und unser Zelt in die Schutzhütte gebaut. Als wir alles verstaut hatten fing es wieder an zu regnen. Feuer machen war diesmal auch für meinen versierten Fred problematisch. Das Holz war einfach zu nass und es regnete. Also wurde nicht gekocht, aber für Teewasser hat es dann doch noch gereicht.

23.05.2009

12 km nach Älvros im Wald – Ytterhogdal – Överhogdal – Rättansbyn

Entfernung: 60 km – Zeit: 4 Stunden 32 Minuten – Durchschnitt: 13,3 km/h

Auf dem Weg nach Ytterhogdal ist der Reifen wieder geplatzt, da die Decke stark beschädigt war. Fred hat also wieder das Rad ausgebaut und ein Plastedeckel von einem Notizbuch musste diesmal als Einlegematerial her. So sind wir dann bis Ytterhogdal gefahren. An der Tankstelle haben wir eine neue Decke gekauft. Die Sonne hat sich von ihrer guten Seite gezeigt und wir haben noch vor Ort Mittag gegessen und die Sonne genossen. Der Wind wurde immer heftiger und wir sind wieder aufs Fahrrad, nun mit einem besseren Gefühl. Auf dem Weg in Richtung Östersund haben uns Märkisch Oderländer mit einem Wohnwagen überholt. Wenig später sieht Fred sie auf einem Parkplatz und wir halten an. Bernd, Martina und Petra aus Strausberg sind auf dem Weg auf die Lofoten. Wir haben zusammen Kaffee getrunken und viel erzählt. Dann sind wir wieder in den Wind und sie haben Mittag gegessen. Der aus dem Norden kommende heftige Wind hat uns sämtlichen Kraft geraubt. Kurz nach Rättansbyn haben wir am See Rättansjön gezeltet. Die Fischsuppe aus dem getrockneten Hecht war noch besser als die erste. Fred hatte schon früh den Fisch eingeweicht und in eine Lock&Lock gesteckt.

24.05.2009

Rättansbyn – Äsarna – Svenstavik – Hackäs – Hara – Orrviken

Entfernung: 80,5 km – Zeit: 5 Stunden 30 Minuten – Durchschnitt: 14,6 km/h

Ein wirklich schöner Tag. Der Wind hielt sich in Grenzen, die Sonne schien und wir konnten gut radeln. Wir haben also gut durchgetreten und erst in Svenstavik Pause gemacht. Im ICA (eine preiswerte Lebensmittelkette) haben wir eingekauft und an einer Lottostelle kostenlosen Kaffee entdeckt. Manchmal muss man sich das nur wünschen, denn beim Reingehen in den Laden, habe ich Fred gefragt: „Wo kriegen wir denn nun noch Kaffee her!“ Der Wunsch wurde sofort erfüllt. Wir haben es uns also in der Sonne gut gehen lassen und gemütlich Mittag gegessen. So gestärkt ging es weiter nach Hackäs. Hier sind wir von der E45 abgebogen und haben uns im Ort eine alte Kirche angesehen, wobei die Glockentürme hier das interessante sind.

Kirche_Hackas_1

Am See Storsjön wollten wir noch das Ungeheuer fotografieren, aber es hat sich auch uns nicht gezeigt. Etappenziel für heute war der Elchpark in Orrviken. Fred kann auf der großen Schwedenkarte leider die Entfernungen nicht so schätzen und so wurden die letzten Kilometer immer länger und ziemlich hart. Gegen 17 Uhr 30 sind wir in Orrviken völlig fertig angekommen. Der Elchpark ist noch bis 13. Juni geschlossen und die Belohnung blieb aus. Fred hat mich an der Straße stehen gelassen und beim Bauern nach einem Schlafplatz gefragt. Und wieder haben wir diese schöne Erfahrung mit den Menschen hier machen können. Kein Problem! Der Freund des Hauses hat uns einen Platz am See gezeigt, wo das Saunahäuschen steht. „Hier können sie zelten und auch ein Feuer machen.“ Die Frau des Freundes und er kamen bald zurück und haben noch 10 Netze im See ausgelegt. Wir haben uns Couscous mit Bohnen, Möhren, Knobi und Zwiebeln im Wok zubereitet und die Abendsonne genossen. Die Sonne geht ca. 21 Uhr 30 unter, aber wann es wirklich dunkel wird wissen wir nicht, da schlafen wir schon. Fred versucht noch zu angeln, der See war jedoch an dieser Stelle zu flach. Ich habe ihn für euch eingefangen.

Fred_mit_Angel0001

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Eine Antwort auf Fredriksberg – Orrviken (16.-24.05.2009)

  1. Maren sagt:

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